Weinachten - Jahreswechsel 2015 - 2016

Unser VdK Ortsverband Hörde

wünscht allen unseren Mitgliedern, Freunden, Bekannten
und Besuchern aus dem Internet
ein gesundes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel 2015 - 2016



 

Der Heilige Abend eines einsamen Menschen
- Dortmund - Hörde 2015

Heiligabend VdK Hörde 2015 Weihnachtsfeier VdK 2015 ( G. Schulte ) Diese Geschichte könnte sich überall ereignet haben, ist aber bei uns in Hörde wirklich passiert. Es ist die Geschichte eines einsamen Mannes, der sein Leben gelebt hatte, und für den nichts mehr interessant war. Ausser vielleicht seine selbstgewählte Einsamkeit, von der er jedoch zuweilen glaubte, dass sie ganz so arg doch nicht ausfallen müsste.
Verwandte hatte er nicht mehr oder er wollte sie auch nicht haben, denn die kann man sich nicht aussuchen und muss deren Launen auch noch ertragen, weil man halt verwandt ist. Seine Frau ist seit Jahren verstorben und Freunde hat er im Leben nie gehabt.
Und erst die Nachbarn, da wohnen ja Leute aus der Türkei in unserem Haus und sogar ein Schwarzer aus Afrika. Der wird sich wohl in seiner Kindheit wenig gewaschen haben sonst wäre er nicht so dunkel. Aber das ist seine Sache. Der,,, das muss man auch sagen, sogar noch ab und zu grüsst. Kontakt mit den Nachbarn wollte er auch eigentlich nicht haben, sondern er wollte nur in Ruhe gelassen werden. So wurde er ohne es zu merken immer seltsamer und komischer. So war es ihm gut und so sollte es auch bleiben dachte er. Doch es sollte ganz anders kommen.

Es war die Zeit kurz vor Weihnachten.
Überall war schon nervöse Betriebssamkeit eingekehrt, die Menschen hasteten unruhig umher , stürmten die Läden und die Kaufhäuser, bestellten beim Fleischer Puten und Gänse. Die Damen gingen noch schnell zum Friseur, man wollte zu Weihnachten ja gut und gepflegt aussehen. Die letzten Karten Päckchen und Briefe wurden schnell zur Post gebracht. Auch die Wohnungen wurden noch schnell herausgeputzt, man wusste ja nicht ob zu den Feiertagen nicht Besuch kommt. Wenn man auch sonst nicht viel ums Putzen gab aber das liessen sie sich zu Weihnachten ja nicht nehmen.
Aber von all dieser Betriebsamkeit merkte der einsame Mann nicht viel. Er brauchte nichts einkaufen und hatte auch keine Weihnachtsgrüsse zu bestellen. Seine Wohnung gefiel ihm auch so wie sie war. Für wen sollte er sie auch putzen?
Den Mann interessierte das alles nicht. Weihnachten war für ihn ein Tag wie jeder andere. Er ist sogar froh wenn das ganze Gehabe und Getue vorüber ist. Der Mann lebte so weiter wie er es gewohnt war.
Oh,, wie sehr er sich doch täuschte. Nun war es so weit. der Heilige Abend war da, und mit ihm kam eine Menge Schnee. Ein Blick aus dem Fenster sagte ihm, dass es für ihn unmöglich wäre noch einmal hinaus zu gehen. Aber da viel ihm ein, dass er doch nichts rechtes im Hause hatte, jedenfalls nicht so viel, dass es über die Feiertage reichen würde. Nichts vorbereitet, nichts eingekauft, und nun dieser Schnee. Sollte vielleicht beim Nachbarn,,,? Aber er hielt in seinen Gedanken inne, nein nur das nicht.
Ein Klingeln unterbricht ihn in seinen Gedanken. Wer könnte das sein? Es gibt niemanden den er erwartet. Das letzte mal als es vor Monaten geklingelt hat, hat sich jemand in der Tür geirrt. Es klingelte noch einmal zaghaft. Der Mann geht langsam und zögernd zur Tür. Er bleibt noch einmal stehen und überlegt, doch dann öffnet er die Tür. Es ist niemand da. Er schaut nach unten und sieht dort ein Paket liegen. Auf der Fussmatte. Ein Paket in buntem Weihnachtspapier eingewickelt.
Der Mann schaut nach rechts und nach links. Es ist niemand zu sehen. Aber das Paket liegt auf der Fussmatte. Es ist also zweifelslos für ihn bestimmt. Aber von wem? Wer schenkt ihm ein Paket? Was da wohl drin ist? Noch unentschlossen steht der Mann in der geöffneten Tür. Was mach ich nur? dachte er. Lass ich das Paket einfach liegen, oder,,, nein das wäre nicht richtig und seine Neugierde wurde grösser. Er überlegte, vielleicht will ihm jemand einen Streich spielen, vielleicht fliegt das Paket sogar in die Luft wenn man es ahnungslos aufhebt und aufmacht.
Er schnippt ein paarmal mit den Fingern daran und entschliesst sich nun doch es mit in die Wohnung zu nehmen. Was mag da wohl drin sein dachte er so bei sich, denn es war ziemlich schwer. Er legte das Paket vorsichtig auf den Küchentisch, setzte sich auf einen Stuhl und holte erst einmal tief Luft, während er das Paket so betrachtete.
Er beginnt vorsichtig das Weihnachtspapier zu entfernen und dann liegt es vor ihm, eine grosse dicke Weihnachtsgans. Überwältigend von diesem Anblick sinkt er auf seinem Stuhl zurück und murmelt vor sich hin,,, mein Gott eine Weihnachtsgans. Nachdem er sich von seinem ersten Schrecken erholt hatte, kam der zweite. Was sollte er alleine mit so einer grossen Weihnachtsgans machen? Er würde Wochen brauchen, bis er die Gans gegessen hätte. Und dann wie sollte er die Gans zubereiten. Solch einen grossen Topf besitzt er doch gar nicht und wie man so, eine Ganz zubereitet erst schon recht nicht. Das hat früher immer seine Frau gemacht. Bei den Gedanken an vergangene Zeiten lief ihm das Wasser im Munde zusammen.
Da kam ihm ein Gedanke. Wenn ich jetzt einfach zum Nachbarn gehe und frage , ob er vielleicht? Nein das wäre wirklich zu dumm, am Heiligen Abend meinen Nachbarn bitten, meine Gans zu braten, oder mir dabei zu helfen. An so einem Tag hat jeder mich sich selbst genug zu tun. Ganz unmöglich. Er überlegte hin und her und dachte schon daran, die Gans einfach aus dem Fenster zu werfen oder sie dem Nachbarn vor die Tür zu legen. Plötzlich steht er auf, geht entschlossen zur Tür und steht schon vor der Tür seines Nachbarn.

Er klingelt, erst zaghaft, dann kräftiger. Es dauert einen Moment, dann geht die Tür auf. Vor ihm steht ein Mann in seinem Alter mit grauen gescheitelten Haaren der ihn freundlich anlächelt. Nun kann der Mann sich auch erinnern ihn schon öfters im Treppenhaus gesehen zu haben.
Doch mehr als "Guten Tag " ist daraus nie geworden. Doch jetzt ist die Gelegenheit. Der Mann mit den grauen Haaren fragte freundlich was er für ihn tun kann.
Der Mann erzählte erst zögernd dann bestimmter was ihm geschehen ist, und es wäre doch schön , wenn vielleicht wir beide zusammen, aber nur, wenn es keine Umstände macht, und wenn er Lust hätte, da sie wohl beide allein sind. Er hielt inne. Der Mann mit den grauen Haaren lächelt und erzählt, er habe ihm die Gans vor die Tür gelegt, eigentlich wollte er seine Kinder besuchen, deshalb habe er die Gans gekauft. Sie seien eine grosse Familie, doch die Kinder haben plötzlich abgesagt und was sollte er nun alleine mit so einer grossen Gans allein, und er dachte, der Mann hätte vielleicht mehr Verwendung dafür. Nein sagte der Mann das habe er auch nicht, da müssten sie schon gemeinsam machen.
Nun ging alles sehr schnell.
Gemeinsam trugen sie die Gans in die andere Wohnung, Töpfe und Zutaten wurden zusammengesucht und am Abend stand ein festliches Menü auf dem Tisch. Sie assen und tranken bis in die Nacht hinein.
Der Mann lobte immer die Kochkünste des anderen und sie erzählten von früher. Jeder hatte viel zu erzählen und jeder dachte so bei sich, warum sie das nicht schon früher gemacht haben.

Aus dem Radio klang " Stille Nacht, Heilige Nacht"

und der Mann sagte zu dem anderen, wir werden Tage brauchen für die Gans, und der andere sagte na ja, wir haben ja auch viele Tage Zeit, oder nicht.

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© www.vdk-do-hoerde.de + Update: 03-12-2015